Entlassungsmanager*in

Berufsbeschreibung

Entlassungsmanager*innen arbeiten vorwiegend in Krankenanstalten, Kuranstalten und Rehabilitationszentren. Sie sind mit Aufgaben rund um die Patienten*innen-Verwaltung beschäftigt, dazu gehören z. B. Aufnahme, Dokumentation und Entlassung. Vor allem bei schwierigen Krankheitsfällen und Unfällen, welche einen langen Krankenhaus- oder Rehab-Aufenthalt mit sich bringen, begleiten sie die Patient*innen und deren Angehörige bei der Umstellung und Entlassung nach Hause.
Entlassungsmanager*innen arbeiten im Team mit verschiedenen medizinischen und administrativen Fachkräften des Krankenhauspersonals, z. B. mit Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Pflegeassistent*innen, mit Ärzt*innen sowie mit Krankenhausmanager*innen.

HINWEIS: Die Berufsbezeichnung Entlassungsmanager*in ist in Österreich keine in den entsprechenden gesetzlichen Grundlagen zur Gesundheits- und Krankenpflege normierte Berufsbezeichnung.

Entlassungsmanager*innen arbeiten in Krankenhäusern, Sanatorien, Rehabilitationszentren und dergleichen, wo sie mit der Aufnahme, Dokumentation und vor allem mit der Organisation rund um die Entlassung von Patient*innen nach langen Spitals-/Kur-/Reha-Aufenthalten befasst sind. Während sich Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger*innen im Case and Care Management vor allem um die persönliche Betreuung und Pflege der zu entlassenden Patient*innen kümmern, konzentrieren sich Entlassungsmanager*innen eher auf den administrativen und organisatorischen Bereich einer Entlassung.

Im Rahmen der Patient*innenverwaltung erfassen, dokumentieren und  archivieren sie Personaldaten, Diagnoseblätter, Krankengeschichten, Therapiepläne und Genesungsverläufe. Sie führen dazu medizinische Datenbanken und Archive in denen sie alle Daten rund um die Patient*innen, wie Laborbefunde, Röntgenaufnahmen, Rezepte, Behandlungspläne usw. festhalten, gegebenenfalls auch statistisch auswerten und daraus Kennzahlen berechnen, wie z. B. Häufigkeiten und Verteilung bestimmter Krankheiten, eingesetzte Medikamente, Sterbezahlen und dergleichen. Diese Daten werden sowohl in den Krankenhäusern als auch von Versicherungen und der Medizin- und Pharmaindustrie benötigt.

Vor allem nach langwierigen Krankheiten und schweren Unfällen, welche einen langen Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalt mit sich bringen, müssen die Patient*innen sorgfältig auf ihre Entlassung nach Hause und zurück in ein 'normales' Leben vorbereitet werden. Entlassungsmanager*innen organisieren und koordinieren in diesem Zusammenhang alle Maßnahmen wie psychosoziale Dienste, Physiotherapien und Heilmassagen, Lebensführungs- und Ernährungsberatungen, Schulungen und Trainings, z. B. im Umgang mit medizinischen Hilfsmittel wie Prothesen, Stützen, Rollstühle und dergleichen. Sie bereiten weiters die medizinischen Unterlagen wie Rezepte und andere Bescheinigungen für die Entlassung vor.

Weitere Arbeitsbereiche für Entlassungsmanager*innen können zusätzlich sein: Projekt- und Organisationsentwicklung, Gesundheitsförderungsprojekte, Vorsorge, Qualitätssicherung im Gesundheitsbereich, Kosten- und Leistungsrechnung,  Controlling, Personal- und  Rechnungswesen.

Entlassungsmanager*innen arbeiten mit Computer, Laptops, spezifischer Krankenanstaltensoftware sowie mit medizinischen Datenbanken,  Archiv- und Dokumentationssystemen, außerdem mit statistischen Auswertungsprogrammen und dergleichen mehr und benutzen die üblichen Büro- und Kommunikationsgeräte wie Telefon, Mobiltelefon, Drucker,  Scanner, Kopierer sowie Internet und E-Mail.

Sie hantieren mit Ordnern, Mappen, Diagnoseblättern, Therapieplänen, Laborbefunden, Röntgenaufnahmen, Rezepten usw. und lesen und verwenden medizinische Studien, Gutachten, statistische Auswertungen sowie Fachbücher und Fachjournale.

Entlassungsmanager*innen arbeiten in den administrativen Räumlichkeiten (Büros, Empfangs-/Entlassungsschalter) von Krankenhäusern, Sanatorien und Reha-Zentren. Sie halten sich weiters in Krankenzimmern, Behandlungsräumen und in den verschiedenen Stationen und Ambulanzen auf.

Sie arbeiten im Team mit verschiedenen medizinischen und administrativen Fachkräften, siehe z. B.: Diplomierte*r Gesundheits- und Krankenpfleger*in, Pflegeassistent*in und Pflegefachassistent*in, Diplomierte*r Gesundheits- und Krankenpfleger*in (Case and Care Management), Medizinische*r Dokumentar*in, Gesundheitsmanager*in, Physiotherapeut*in, Arzt / Ärztin. Sie haben Kontakt zu Patient*innen und ihren Angehörigen sowie zu Mitarbeiter*innen von Behörden und Krankenversicherungen.

Wie in allen pflegerischen und medizinischen Berufen muss man in diesem Beruf mit Nacht- und Wochenenddiensten rechnen, weil Patient*innen rund um die Uhr überwacht und betreut werden müssen. Der laufende Umgang mit kranken Menschen kann auch psychisch beanspruchend sein und trotz technischer Hilfsmittel sind auch körperliche Belastungen immer noch Teil des Berufs (z. B. Heben von Patient*innen, viel Stehen).

  • Aufgaben der Patient*innenverwaltung (Aufnahme, Dokumentation, Entlassung) durchführen
  • medizinische Dokumentationen, Datenbanken und Archivsysteme führen
  • patient*innenbezogene Daten, wie Diagnoseblätter, Krankengeschichten, Therapie- und Behandlungspläne, Laborbefunde, Röntgenaufnahmen, Rezepte usw. führen
  • medizinische Daten statistisch/tabellarisch auswerten, verschiedene Kennzahlen berechnen
  • Dokumentationen, Berichte und Studien erstellen
  • Entlassung von Patient*innen nach langen Spitals-/Reha-Aufenthalten vorbereiten und begleiten
  • dazu Dokumente, Rezepte und Terminnotizen vorbereiten
  • begleitende Maßnahmen und Therapien, wie Physiotherapien, Heilmassagen usw. organisieren und einteilen
  • Schulungen und Trainings, z. B. in medizinische Hilfsgeräte wie Rollstühle, Stützen, Prothesen usw. organisieren
  • Beratungen, wie z. B. Ernährungsberatung, Beratungen zur Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung organisieren
  • Tätigkeiten im  Qualitätsmanagement durchführen
  • weitere organisatorische/administrative Tätigkeiten, wie z. B. Kostenrechnung, Kostenkontrolle

Beschäftigungsmöglichkeiten für Entlassungsmanager*innen bestehen insbesondere in:

  • Krankenhäuser, Universitätskliniken
  • Kuranstalten, Sanatorien, Rehab-Zentren
  • Pflegeheime, Altenheime

Der Beruf Entlassungsmanager*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • betriebliche, klinische Abteilungen und Fachbereiche
  • eHealth, Digitales Gesundheitswesen
  • Verwaltung und Dokumentation
  • Case- und Care-Management

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten, z. B.:

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Anamnese E-Card EKG-Gerät Physikalische Therapie / Physiotherapie Qualitätsmanagement