Kindeswohlbeauftragte*r (Film)

Berufsbeschreibung

Kindeswohlbeauftragte (m./w./d.) sorgen bei Film- und Fernsehproduktionen dafür, dass Kinder und Jugendliche sicher arbeiten können und sich wohlfühlen. Sie überprüfen Drehbücher aus Sicht der physischen und psychischen Bedürfnisse der jungen Darsteller*innen, besprechen sensible Szenen und erstellt einen Plan (Kinder-Mitwirkplan), der auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen abgestimmt ist, etwa mit passenden Arbeitszeiten oder Pausen. Außerdem sind sie Ansprechpersonen für Kinder, Eltern und das Team, wenn es Fragen, Sorgen oder Probleme gibt.

Kindeswohlbeauftragte (m./w./d.) sind bei Filmproduktionen verpflichtend vorgeschrieben. Sie arbeiten meist bei Filmproduktionen, Fernsehprojekten, Werbedrehs oder anderen Medienprojekten, werden sinnvollerweise aber auch bei Theater- und anderen Bühnenproduktionen, bei denen Kinder mitwirken, hinzugezogen. Ihr Arbeitsplatz ist häufig direkt am Filmset, aber auch in der Vorbereitung (z. B. im Produktionsbüro, bei Castings) und nach Abschluss der Dreharbeiten (z. B. für Tonaufnahmen) sind sie eingebunden. Sie arbeiten eng mit Produzent*innen, Regisseur*innen und anderen Mitgliedern des Filmteams zusammen und natürlich mit den Kindern und Jugendlichen, ihren Erziehungsberechtigten sowie Eltern, Kinder-Schauspielcoaches (m./w./d.). Oft handelt es sich um projektbezogene Tätigkeiten, sodass sie für verschiedene Produktionen tätig sein können und ihre Arbeit je nach Drehort und Projekt immer wieder wechselt.

Kindeswohlbeauftragte (m./w./d.) werden von Kinderschutzverantwortlichen (m./w./d.) für die jeweilige Produktion bestellt (siehe unten Spezialisierungen).

Hinweis: Kindeswohlbauftragte (m./w./d.) oder Kinderschutzverantwortliche/-beauftragte (m./w./d.) können natürlich auch außerhalb der Filmbranche in allen möglichen Settings tätig werden, in denen das Kindeswohl sichergestellt werden muss, beispielsweise bei Kinderkursanbietern und Freizeitgestalter*innen.

Kindeswohlbeauftragte (m./w./d.) arbeiten bei Film- oder Fernsehproduktionen und kümmert sich darum, dass es Kindern und Jugendlichen am Set gut geht, sie sicher sind und sich auch sicher fühlen. Sie achtet darauf, dass die Rechte der Kinder und Jugendlichen respektiert werden und dass sie sich nicht überfordert, gestresst oder unwohl fühlen. Dabei steht immer sowohl das körperliche als auch das seelische Wohl der jungen Darsteller*innen im Mittelpunkt. Die Aufgabe ist wichtig, weil Dreharbeiten für Kinder oft anstrengend und ungewohnt sein können und bei Filmaufnahmen immer wieder auch belastende Situationen entstehen oder belastende Inhalte thematisiert werden.

Zu den wichtigsten Aufgaben von Kindeswohlbeauftragten (m./w./d.) gehört es, das Drehbuch aus Sicht der Kinder zu prüfen und einen Plan zu erstellen, wie sie gut betreut werden können. Dieser sogenannte „Kinder‑Mitwirkplan“ berücksichtigt zum Beispiel Arbeitszeiten, Pausen und schwierige Szenen. Außerdem ist der*die Kindeswohlbeauftragte die erste Ansprechperson für die Kinder, Eltern und das Filmteam, wenn es Fragen, Sorgen oder Probleme gibt. Sie arbeitet eng mit der Produktionsleitung und anderen Fachleuten zusammen, um sichere Bedingungen am Set zu schaffen.

Wenn es Hinweise gibt, dass ein Kind schlecht behandelt wird oder sich nicht wohlfühlt, müssen Kindeswohlbeauftragte (m./w./d.) rasch handeln. Dafür gibt es klare Abläufe, damit Probleme ernst genommen und gelöst werden können. So können sie beispielsweise auf Basis des "Kinder-Mitwirkplans" Umsetzungspläne der Regie oder anderer Beteiligter hinterfragen und alternative Lösungen diskutieren oder einen Drehtag für das Kind als beendet erklären, wenn die Umstände nicht den kinderschutzrelevanten Interessen entsprechen.
Insgesamt sorgt dieser Beruf dafür, dass Kinder beim Filmen geschützt sind und positive Erfahrungen machen. So wird sichergestellt, dass Dreharbeiten nicht nur professionell, sondern auch kindgerecht ablaufen.

Die wichtigsten Arbeitsmittel von Kindeswohlbeauftragten (m./w./d.) sind vor allem der Kinder‑Mitwirkplan, das Drehbuch sowie klar festgelegte Schutz- und Verhaltensregeln für das Filmteam. Sie nutzen Dokumente wie Leitlinien, Checklisten und Kommunikationspläne, um die Arbeit mit Kindern gut zu organisieren und sicher zu gestalten. Außerdem spielen Gespräche und der direkte Austausch mit Kindern, Eltern und Teammitgliedern eine zentrale Rolle, um Bedürfnisse früh zu erkennen. Ergänzend greifen sie auf festgelegte Abläufe für den Umgang mit Problemen oder Verdachtsfällen zurück, damit im Ernstfall schnell und richtig gehandelt werden kann.

Für die Planung, Organisation und Dokumentation arbeiten sie mit den üblichen Bürogeräten, Computern, Laptops, Tablets und entsprechender Bürosoftware. Für die Kommunikation verwenden sie Telefone, Mobiltelefone, E-Mail, Messengerdienste und Onlinemeeting-Tools.

Kindeswohlbeauftragten (m./w./d.) arbeiten meist bei Filmproduktionen, Fernsehprojekten, Werbedrehs oder anderen Medienprojekten auf Filmsets in Fernsehstudios, Büros und Meetingräumen, Garderoben und zum Teil aber auch auf Theaterbühnen und anderen Bühnen. Sie arbeiten eng mit Produzent*innen, Regisseur*innen, Schauspieler*innen, Kameraleuten (siehe Kameramann / Kamerafrau), Tontechniker*innen und anderen Mitgliedern des Filmteams zusammen und natürlich mit den Kindern und Jugendlichen, ihren Erziehungsberechtigten sowie Eltern und manchmal Kinder-Schauspielcoaches (m./w./d.) sowie mit der*dem Kinderschutzverantwortlichen im Filmteam.

Bei ihrer Arbeit handelt es sich oft um projektbezogene Tätigkeiten, sodass sie für verschiedene Produktionen tätig sein können und ihre Arbeit je nach Drehort und Projekt immer wieder wechselt. Zeitliche und örtliche Flexibilität und Mobilität sind in diesem Beruf daher wichtig.

  • darauf achten, dass Kinder und Jugendliche bei Dreharbeiten sicher sind und sich wohlfühlen
  • Drehbücher darauf prüfen, ob Inhalte für Kinder geeignet und zumutbar sind
  • einen „Kinder‑Mitwirkplan“ erstellen, der Arbeitszeiten, Pausen und Betreuung regelt
  • sich eng mit Regie, Produktion und anderen Abteilungen abstimmen
  • als Ansprechperson für Kinder, Eltern und das Filmteam bei Fragen oder Sorgen fungieren
  • den Arbeitsalltag am Set beobachten und auf mögliche Belastungen für Kinder achten
  • dafür sorgen, dass gesetzliche Vorgaben und Schutzregeln eingehalten werden
  • den respektvollen und kindgerechten Umgang im Team sicherzustellen
  • Beschwerden oder Unsicherheiten ernst nehmen und darauf reagieren
  • bei Hinweisen auf Grenzüberschreitungen oder Gefährdungen eingreifen
  • in Problemfällen klare Maßnahmen zum Schutz der Kinder umsetzen
  • relevante Abläufe dokumentieren und für eine sichere und positive Arbeitsumgebung sorgen

Beschäftigungsmöglichkeiten für Kindeswohlbeauftragte (m./w./d.) bestehen insbesondere bei:

  • Film- und Fernsehproduktionsunternehmen
  • Fernsehsendern
  • Werbe- und Mediaagenturen im Bereich Werbedrehs
  • Theater-, Musical-, Opernbühnen

Häufig arbeiten Kindeswohlbeauftragte (m./w./d.) projektbasiert mit befristeten Verträge und mitunter gleichzeitig für mehrere Produktionen.

Kindeswohlbauftragte (m./w./d.) oder Kinderschutzverantwortliche/-beauftragte (m./w./d.) können natürlich auch außerhalb der Unterhaltungsbranche in allen möglichen Settings tätig werden, in denen das Kindeswohl sichergestellt werden muss, beispielsweise bei Kinderkursanbietern und Freizeitgestalter*innen.

Die Tätigkeit als Kindeswohlbeauftragte*r ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • bestimmte Altersgruppen
  • Filmgenres und Produktionsbereiche (Film, Fernsehen)
  • Schauspielcoaching für Kindern und Jugendlichen

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

Kinder-Schaupspielcoach (m./w./d.): Die Tätigkeit des*der Kindeswohlbeauftragten wird häufig in Kombination mit der Tätigkeit als Kinder-Schauspielcoach (m./w./d.) ausgeübt.
Kinder‑Schauspielcoaches (m./w./d.) unterstützen Kinder und Jugendliche bei Film- und Fernsehproduktionen dabei, ihre Rollen gut zu spielen und sich vor der Kamera sicher zu fühlen. Sie hilfen beim Verstehen des Drehbuchs, beim Einüben von Szenen und geben Tipps, wie Gefühle und Handlungen glaubwürdig dargestellt werden können. Gleichzeitig achtet sie darauf, dass die Arbeit altersgerecht erfolgt und die Kinder nicht überfordert werden. Kinder‑Schauspielcoaches (m./w./d.) arbeitet eng mit Regie, Produktion und den Kindeswohlbeauftragten (m./w./d.) zusammen, um eine positive und unterstützende Arbeitsatmosphäre für die jungen Darstellerinnen zu schaffen.

Kinderschutzverantwortliche*r:
Kinderschutzverantwortliche (m./w./d.) arbeitet meist in der Film- und Fernsehproduktionsunternehmen und sorgen dafür, dass alle Regeln zum Schutz von Kindern bei einem Filmprojekt eingehalten werden. Sie organisieren und überwachen die Umsetzung des gesamten Kinderschutzkonzepts, stellen sicher, dass alle Beteiligten darüber informiert sind und bestellen den*die Kindeswohlbeauftragte*n. Sie sind eine wichtige Ansprechstelle für das Team und koordiniert Maßnahmen, damit Risiken für Kinder früh erkannt und vermieden werden. Außerdem achten sie darauf, dass im Fall von Problemen oder Verdachtsfällen die richtigen Schritte eingeleitet werden.
Die Funktion des*der Kinderschutzverantwortlichen ist bei österreichischen Filmen verpflichtet vorgeschrieben. Teilweise übernehmen Produzent*innen oder Eigentümer*innen einer Produktionsfirma diese Rolle auch selbst.

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Eleve/Elevin Gage Inszenierung Statisten