Landwirtschaftstechniker*in

Berufsbeschreibung

Landwirtschaftstechniker*innen sind spezialisierte Landwirtschaftliche Berater*innen für Fragen der Produktionstechnik, der landwirtschaftlichen Betriebsführung, aber auch für juristische Fragen oder Fragen zu Förderungen auf nationaler Ebene und EU-Ebene. Sie informieren Landwirt*innen über neue Maschinen (z. B. Erntemaschinen, Forstmaschinen), über neue Methoden der Anbautechnik oder über den Einsatz von Düngemittel und Fertilizer. Im Bereich der Nutztierhaltung beraten sie Landwirt*innen über EU-konforme Tierhaltung und informieren über Vertriebswege, Direktvermarktung und Subventionen.

Landwirtschaftstechniker*innen sind vor allem bei Landwirtschaftskammern, Bezirksbauernkammern oder bei landwirtschaftlichen Genossenschaften beschäftigt, zum Teil aber auch selbstständig als Berater*innen tätig.

Landwirtschaftstechniker*innen sind hauptsächlich beratend tätig und unterstützen unterschiedlichste land- und forstwirtschaftliche Betriebe vor allem bei technischen Fragestellungen in der Landwirtschaft. Dazu gehören neben Investitionsentscheidungen rund um Gebäude und Ausstattung, technischen Modernisierungen, auch Förderfragen, Planung von Anbaumethoden usw. Darüber hinaus arbeiten sie oft in der Forschung und Entwicklung von Anbaumethoden, Saatgut, Pflanzenschutz etc. mit.

Landwirtschaftstechniker*innen sind mit einer Vielzahl von Aufgaben befasst, welche die Optimierung der landwirtschaftlichen Produktion unter Einsatz neuester Technologien zum Ziel haben. Zu ihren Tätigkeiten gehören die Beratung von Landwirt*innen über die Anschaffung und Finanzierung von landwirtschaftlichen Maschinen und anderen Investitionen, wie z. B. den Bau oder Umbau von landwirtschaftlichen Gebäuden und Stallungen. Auch bei Fragen zur technischen Umstellungen, beispielsweise im Rahmen der digitalen Transformation ( Digital Farming) stehen sie beratend und begleitend zur Seite.

Im Bereich der Tierhaltung unterstützen Landwirtschaftstechniker*innen beim Management von Nutztieren und arbeiten bei der Entwicklung von artgerechten Tierhaltungssystemen mit. Im Bereich der Pflanzenproduktion sind sie beispielsweise für Bodenuntersuchungen und die Verbesserung der Bodenqualität zuständig und optimieren den Anbauprozess, um eine effiziente und qualitativ hochwertige Produktion und Ernte zu gewährleisten.

Im Bereich der Qualitätssicherung kontrollieren und analysieren sie die Qualität von landwirtschaftlichen Ernteprodukten wie z. B. Getreide, Mais, Raps oder Kartoffeln und informieren über die sachgemäße Einlagerung der Ernte.

Wie bei allen landwirtschaftlichen Berater*innen besteht ein wesentlicher Aufgabenbereich der Landwirtschaftstechniker*innen in der Beratung und Begleitung von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben bei der Erstellung von Anträgen zu Subventionen und landwirtschaftliche Förderungen. Große Bedeutung in der Beratung haben auch Fragen der Versicherung gegen Umweltrisiken wie Trockenheit, Unwetter etc. und damit zusammenhängende Ernteausfällen.

Weitere Aufgabenbereiche von Landwirtschaftstechniker*innen umfassen die Ausarbeitung von Natur- und Landschaftsschutzauflagen in Abstimmung mit den Auflagen und Zielen der Europäischen Union.

Landwirtschaftstechniker*innen sind überwiegend planend und beratend tätig und arbeiten mit Computern, Laptops, Tablets und betriebsspezifischer  Software einschließlich Unternehmensplanungsprogrammen ( ERP). Sie kommunizieren mit Telefonen, Mobiltelefonen, über Onlinemeetings und verwenden Messengerdienste. Außerdem arbeiten sie mit den üblichen Bürogeräten und Büromaterialien.

Je nach Beratungsschwerpunkt hantieren sie beispielsweise im forschungsnahen Bereichen auch mit Mess- und Analysegräten und Messergebnisse, die sie auswerten und interpretieren. Je nach Betriebsart, für die sie beratend tätig sind, haben sie mit Saatgut, Futtermitteln, verschiedenen Pflanzen (Obst, Gemüse, Wein) zu tun und führen Saat- und Ernteaufzeichnungen und Grundstückspläne. Sie bedienen aber auch selbst landwirtschaftliche Geräte und Fahrzeuge (z. B. Traktoren, Anbaugeräte, Mähdrescher und andere Erntegeräte) und Anlage zur Lagerung und Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Rohstoffe und stehen in der Nutztierzucht in direktem Kontakt mit den Tieren.

Landwirtschaftstechniker*innen arbeiten vorwiegend in Büros und Besprechungszimmern von Ämtern, Landwirtschafskammern oder Landwirtschaftsministerien, aber auch direkt in den unterschiedlichen landwirtschaftlichen Betrieben und deren Betriebsgebäuden sowie im Freien auf Äckern und in Wäldern.

Sie stehen in Kontakt mit Landwirt*innen, Forstwirt*innen, und anderen land- und forstwirtschaftlichen Fachkräften, sowie mit Mitarbeiter*innen in Versuchs- und Prüfanstalten, in Landwirtschaftskammern und landwirtschaftlichen Genossenschaften.

Entsprechend den Beratungsbereichen:

  • landwirtschaftliche  Experimente und Feldversuche planen und durchführen
  • Kunstdüngermischungen, Pflanzenschutzmittel entwickeln
  • landwirtschaftliche Anbaumethoden entwickeln
  • Wachstum von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen von der Aussaat bis zur Ernte beobachten
  • Landwirt*innen hinsichtlich Maßnahmen für Pflanzenschutz und Einsatz von Düngemittel beraten
  • über die Anschaffung und den Einsatz von Erntemaschinen beraten
  • Nutztierzucht: Zuchteigenschaften und Zuchtziele definieren

Beschäftigungsmöglichkeiten finden Landwirtschaftstechniker*innen insbesondere bei:

  • Landwirtschaftskammern, Landwirtschaftsministerium
  • landwirtschaftliche Versuchs- und Prüfanstalten
  • landwirtschaftliche Schulen, Hochschulen oder Universitäten
  • Genossenschaften (Lagerhaus-, Molkerei-, Weinbaugenossenschaften)

Der Beruf Landwirtschaftstechniker*in ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • Biologische Landwirtschaft
  • Pflanzenschutz; neue Anbaumethoden und Pflanzen
  • Nutztierhaltung und Nutztierzucht
  • Digitale Transformation, Digital Farming
  • Qualitätssicherung, Qualitätskontrolle
  • Landwirtschaftliches Förderwesen

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Agronomie Aufforstung Digital Farming Monokultur Ökobilanz Vertical Farming