Papiertechnik (Lehrberuf) - Lehrzeit: 3 1/2 Jahre

English: Paper technology

Berufsbeschreibung

Papiertechniker*innen stellen aus Holz, Lösungsmittel, Farben, Leimen und weiteren  Chemikalien Papier,  Karton und  Pappe her. Außerdem verarbeiten sie Papier und  Pappe im Veredelungsprozess zu gebrauchsfertigen Produkten. Papiertechniker*innen stellen computergesteuerte Maschinen ein, prüfen und kontrollieren die Fertigungsqualität und justieren (= genau einstellen) die Funktionen der Produktionsanlagen. Sie arbeiten dabei an Bleich-, Sortier-, Schneidmaschinen, Papierstraßen und Verpackungsanlagen. In der industriellen Fertigung sind sie meistens auf einen bestimmten Arbeitsbereich spezialisiert.

Papiertechniker*innen arbeiten im Team mit Berufskolleg*innen und verschiedenen Fach- und Hilfskräften der Produktion.

Papier wurde früher aus Lumpen und Textilien hergestellt. Mit der Erfindung des Buchdrucks und den beweglichen Lettern durch Gutenberg im 15. Jahrhundert stieg die Papiernachfrage stetig an. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird Papier aus Zellstoff hergestellt. Das Grundprinzip der Papierherstellung hat sich seither nicht verändert: Holzfasern werden unter Zugabe von Wasser und Lösungsmittel aufgeschlossen. Aus der hoch verdünnten Faserstoffsuspension werden die Fasern mittels eines Siebes wieder vom Wasser getrennt, sodass sich ein Faservlies bildet. Eine feuchte Papierbahn ist entstanden. Die verbleibende Feuchtigkeit wird anschließend durch Pressen und Trocknen entzogen.

Papiertechniker*innen sind vor allem in der industriellen Fertigung tätig und dabei meist auf einen der folgenden Bereiche spezialisiert: Halbstofferzeugung, Stoffaufbereitung, Papiermaschine, Papierveredelung, Ausrüstung oder Papierlabor. Sie stellen  Rezepturen her, wählen die benötigten Roh- und Hilfsstoffe, chemischen Zusätze und sonstige Materialien (wie z. B. Farb- und Füllstoffe) aus und steuern und überwachen die Produktionsanlagen. Papiertechniker*innen fahren die Maschinen und Anlagen zur Stoffaufbereitung (z. B. Zerfaserungsmaschinen), zur Papierherstellung (Papiermaschinen) und zur Papierveredelung (z. B. Streichmaschinen, Vorroller, Rollenschneidmaschinen) an, bedienen und überwachen die rechnergestützten Anlagen und den Herstellungsprozess und führen Umstellungen durch. Sie prüfen die Fertigungsqualität, kontrollieren Anzeigen zu Temperatur- und Druckverhältnissen, überprüfen den Feuchtigkeitsgehalt von Roh-, Halbmassen und der fertigen Papier-,  Karton- und Pappebahn mittels chemischen und physikalischen Untersuchungsmethoden. Außerdem reinigen, warten und pflegen Papiertechniker*innen die Maschinen und Anlagen.

Papiertechniker*innen, die beispielsweise an Papiermaschinen tätig sind, verarbeiten die Stoffmischung an Papiermaschinen bzw. Produktionsstraßen durch Entwässern, Pressen und Trocknen zu Papier: Die endlose Papierbahn läuft über Siebe, Presswalzen und Trockenzylinder und wird auf eine Stahlwalze aufgewickelt. Papiertechniker*innen arbeiten hier üblicherweise als Maschinenführer*innen am Schaltpult und kontrollieren und steuern von hier aus den Produktionsablauf. Bei Störungen wie beispielsweise einem Papierbahnriss oder bei Wartungsarbeiten arbeiten sie direkt an der Papiermaschine.

Bei all ihren Arbeiten legen Papiertechniker*innen besonderes Augenmerk auf umweltschonende und energieeffiziente Arbeitsmethoden und Materialverwendung und sorgen dafür, dass Sicherheits- und Qualitätsstandards genau eingehalten werden.

Papiertechniker*innen verarbeiten Rohmaterialien wie Holz und Altpapier zu Papier. Sie hantieren dabei mit verschiedenen Lösungs- und Hilfsmitteln wie z. B. Füllstoffe, Kochlösungen, Bleich- und Färbemittel, Leime, Farben, Bindemittel. Sie steuern und bedienen rechnergestützte Maschinen und Produktionsanlagen wie Zerfaserungs- und Papiermaschinen, Streichmaschinen, Vorroller, Rollenschneidmaschinen, Querschneider, Planschneider, verwenden aber auch Handwerkzeuge wie Papiermachermesser, Schraubendreher, Scheren, Zangen usw.

Bei chemischen und physikalischen Untersuchungen von Stoff- und Papierproben hantieren Papiertechniker*innen mit Laborausrüstung wie z. B. Mikroskope und Messgeräte zur Feststellung der Flächenmaße, Reißlänge oder Stoffdichte und protokollieren ihre Ergebnisse in Datenbanken, Arbeits- und Wartungsprotokollen.

Papiertechniker*innen arbeiten in Produktions- und Lagerhallen von Betrieben der Papierindustrie. Sie arbeiten im Team mit verschiedenen Fach- und Hilfskräften, z. B. mit Betriebstechniker*innen, Zellstofftechniker*innen und Zellstoffhersteller*innen, Prozesstechniker*innen (siehe Prozesstechnik (Lehrberuf)) oder Labortechniker*innen . Sie haben Kontakt zu Kolleg*innen aus unterschiedlichen betrieblichen Abteilungen, wie z. B. dem Labor (siehe Labortechnik (Modullehrberuf)), der Entwicklung und Qualitätssicherung (siehe z. B. Innovationstechniker*in, Qualitätssicherungstechniker*in) oder dem Lager (siehe Betriebslogistikkaufmann / Betriebslogistikkauffrau (Lehrberuf)) und mitunter zu Lieferant*innen.

Papiertechniker*innen haben grundsätzlich geregelte Arbeitszeiten. In Industriebetrieben mit Schichtbetriebe können diese Arbeitszeiten aber auch am späten Abend, in der Nacht oder am frühen Morgen liegen. Trotz der Fortschritte in der Produktionstechnologie bringt die Arbeit in Produktionshallen teilweise Lärmbelastung mit sich, gegen den sich Papiertechniker*innen mit Hörschutz schützen.

  • Steuerpulte von Zerfaserungsmaschinen, Zellstoffkochern, Sortiermaschinen und Bleichanlagen bedienen
  • Altpapier im Stoffauflöser ( Pulper) zu Faserbrei auflösen
  • Faserbrei (Halbstoffe) an Sortiermaschinen von Verunreinigungen säubern
  • Halbstoffe in der Mahlmaschine ( Refiner) mahlen und mit Wasser auflösen
  • Faserbrei mit Leimen, Farben,  Chemikalien in der Dosieranlage vermischen
  • Fasermischungen durch Entwässern verarbeiten, Papier durch Trocknen und Pressen herstellen
  • Schaltpulte der Papiermaschinen steuern und bedienen, Produktionsablauf am Monitor kontrollieren
  • Streich- und Imprägniermaschinen einstellen und bedienen
  • Verfahren der Papierveredelung anwenden
  • Papierendbereitung steuern und überwachen, Papierformate zuschneiden, Papierformate auf Rollen aufrollen
  • Qualitätskontrollen durchführen, Papierproben auf chemische und physikalische Eigenschaften wie Saugfähigkeit, Härte, Reißfestigkeit usw. im Papierlabor untersuchen
  • Mittel- und Großbetriebe der Papier- und Zellstoffindustrie

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Bütte Gautschen Industrie 4.0 Kalander Karton Pappe Papyrus Pulper Refiner Smart production

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