Besamungstechniker*in

Andere Bezeichnung(en):
Besamer*in

Berufsbeschreibung

Besamungstechniker*innen nehmen künstliche Befruchtungen bei weiblichen Tieren vor. Sie führen die Besamung der Tiere direkt in den Ställen ihrer Kundinnen und Kunden – den Landwirt*innen oder Viehzüchter*innen – vor. Sie beraten ihre Kundinnen und Kunden über die Auswahl des zu verwendenden Spermatozoids, der Zuchttiere und den richtigen Zeitpunkt der Besamung.

Besamungstechniker*innen arbeiten mit und am lebenden Tier, wodurch sie auch mit Schmutz und unangenehmen Gerüchen konfrontiert sind. Bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten ist eine Schutzbekleidung unbedingt erforderlich. Regelmäßige Weiterbildungen runden das Berufsprofil ab.

Besamungstechniker*innen führen bei Kühen, Schweinen, Pferden und anderen Tieren (vor allem Nutztieren) künstliche Befruchtungen durch. Sie verwenden dazu Sperma des jeweiligen männlichen Tieres (Stier, Eber etc.), das vorher in Besamungsstationen in Labors behandelt und eingefroren wurde. Sie führen die Besamung der Tiere bei ihren Kund*innen vor Ort (Bauernhöfe, landwirtschaftliche Zuchtbetriebe) durch.

Kund*innen informieren sich in einem  Katalog, welche Art/Rasse von Jungtier (z. B. bei Kälbern: Fleckvieh, Braunvieh) sie haben möchten. Dementsprechend verwenden Besamungstechniker*innen bestimmtes Spermatozoid. Dabei können sie ihre Kundinnen/Kunden auch beraten, z. B. welche Tiere sie als Zuchttiere wählen sollten oder wann der günstigste Zeitpunkt für eine Besamung ist. Teilweise organisieren und führen sie auch größere Informationsveranstaltungen für Landwirte/Landwirtinnen und Züchter*innen durch.

Besamungstechniker*innen führen weiters eine Reihe administrativer Tätigkeiten durch, wie z. B. Bestellung des Spermas oder die Dokumentation und Abrechnung ihrer Dienstleistung. Um für ihre Beratungsleistungen am neusten Stand zu sein, informieren sie sich laufend über die neuesten Entwicklungen in der Branche.

Besamungstechniker*innen arbeiten mit und am lebenden Tier, weshalb sie eine entsprechende, wasserdichte und schmutzabweisende Schutzkleidung, insbesondere Handschuhe, tragen müssen. Die Befruchtung wird mit einer speziellen Spritze sowie einer sogenannten „Palette“ (Stäbchen, das das Sperma enthält) durchgeführt.

Besamungstechniker*innen benötigen ein Fahrzeug, mit dem sie ihre Kundinnen und Kunden aufsuchen und in dem sie ihre Arbeitsmittel mitführen. Um Bestellung aufnehmen bzw. mit ihren Kundinnen und Kunden in Kontakt treten zu können, verwenden sie gängige Kommunikations- und IT-Geräte,  Software und Internet (Computer, Notebooks, Telefon und Mobiltelefon, E-Mail, eigene Webseiten usw.).

Besamungstechniker*innen arbeiten vor allem in Ställen, aber auch in Büroräumlichkeiten. Ihre Tätigkeit führen sie in der Regel alleine durch, arbeiten dabei aber mit ihren Auftraggeber*innen, den Landwirten/Landwirtinnen und Viehzüchter*innen zusammen.

Das Spermatozoid erhalten sie in Besamungsstationen, das dort behandelt und tiefgefroren wird. Dabei arbeiten sie mit Personen, die im Vertrieb tätig sind (Beruf Verkaufstechniker*in / Vertriebstechniker*in) und dem Labor ( Labortechnik - Biochemie und Biotechnologie (Modullehrberuf), Biotechniker*in, Biotechnologe / Biotechnologin) zusammen.

Da die Besamungen genau zum Zeitpunkt der Fruchtbarkeit der Tiere durchgeführt werden müssen, ergeben sich für Besamungstechniker*innen auch Wochenend- und Nachtdienste.

Obwohl Besamungstechniker*innen mit Schmutz und unangenehmen Gerüchen zu tun haben, erfreut sich der Beruf durch die Arbeit mit und am lebenden Tier immer größerer Beliebtheit. Denn: Bei einer künstlichen Befruchtung wird in sehr hohem Maße auf das Tierwohl geachtet. Besamungstechniker*innen müssen über einen guten Leumund verfügen und dürfen keine Vorstrafen zu Tierquälerei haben.

  • Landwirte, Viehzüchter*innen beraten und informieren
  • Bestellung und Auswahl des Spermas
  • künstliche Befruchtungen durchführen
  • Buchhaltung, Kostenrechnung, Dokumentation

Beschäftigungsmöglichkeiten für Besamungstechniker*innen bestehen insbesondere bei:

  • Besamungsstationen
  • größere Tierarztpraxen
  • großen landwirtschaftlichen Betrieben

Häufig sind Besamungstechniker*innen auch selbstständig in einem Einzelunternehmen tätig oder erbringen ihre Leistung im Rahmen ihres Hauptberufs als Tierarzt/Tierärztin.

Der Beruf Besamungstechniker*in ermöglicht beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • bestimmte Tierarten: z. B. Pferde, Rinder, Schweine
  • Labortechnik
  • Veterinärmedizin
  • Tierschutz, Artenschutz, artgerechte Tierhaltung