Elektroenergietechnik

Andere Bezeichnung(en):
früher: Starkstrommonteur*in, Elektromechaniker*in für Starkstrom

Berufsbeschreibung

Der Lehrberuf Elektroenergietechnik wurde per 1. Juli 2010 durch den Modullehrberuf Elektrotechnik (siehe Elektrotechnik (Modullehrberuf)) ersetzt. Die Ausbildung zum/zur Elektroenergietechniker*in erfolgt im Modullehrberuf Elektrotechnik im Hauptmodul Energietechnik. Berufs- und Ausbildungsbeschreibungen findest du beim Beruf:

Elektroenergietechniker*innen bauen, warten und reparieren elektrische Maschinen, Geräte, Schalt- und Steuerungssysteme für Anlagen zur elektrischen Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung. Weiters werden Bauteile und Baugruppen der elektrischen Energietechnik und der  Leistungselektronik und der dazugehörigen Schalt- und Steuergeräte, nach Schaltungsunterlagen und Anleitungen von ihnen zusammengebaut und nach Plänen montiert, geprüft und in Betrieb genommen. Elektroenergietechniker*innen arbeiten im Team mit ihren Berufskolleg*innen und anderen Fach- und Hilfskräften in Betrieben der Elektroindustrie und Elektrizitätsversorgungsunternehmen.

"In erster Linie, glaube ich, dass man dabei sein muss, körperlich und geistig dabei sein muss. Wir haben es hier meistens mit  Hochspannung zu tun, und wenn da ein Fehler passiert, könnte das kritisch enden. ... Das auf Masten steigen war eine total neue Erfahrung. Ein bisschen mulmig war mir schon am Anfang, aber jetzt ist es eigentlich total super."
Daniel Berger, Lehrling, in einem Interview aus: AMS your job, 2005.

Elektroenergietechniker*innen stellen Geräte, Maschinen und Anlagen zur Erzeugung, Umwandlung, Verteilung und Anwendung von elektrischer Energie her, montieren und verkabeln sie am Verwendungsort und führen alle Vorarbeiten zur Inbetriebnahme durch. Zu den wichtigsten Erzeugnissen der Elektroenergietechniker*innen gehören Schalt- und Verteilerkästen, Schaltpulte, Regelschränke, Steuer- und Förderanlagen, Aufzüge, Maschinenstraßen, E-Werk- und Umspannwerkeinrichtungen (z. B. Strom-, Spannungs- und Kombiwandler, Transformatoren, Generatoren), Trennschalter, Leistungsschalter, Elektromotoren, Spulen und Wicklungen,  Relais (elektromechanische Schalter), aber auch Stromrichter für Lokomotiven und U-Bahn-Fahrwerke.

Meist handelt es sich bei den Erzeugnissen um speziell angefertigte Einzelstücke. Wichtige Dienstleistungen sind die Wartung und Reparatur der angeführten Produkte, aber auch von Produktionsmaschinen und -anlagen aller Art (z. B. halbautomatische Werkzeugmaschinen, computergesteuerte Produktionsmaschinen). Elektroenergietechniker*innen installieren auch Anlagen, Geräte und Maschinen am Einsatzort, wie z. B. Transformatoren oder Leistungsschalter in Umspannwerken.

Elektroenergietechniker*innen führen die Auswahl, Beschaffung und Überprüfung der erforderlichen Materialien durch und stellen aus diesen Werkstoffen Maschinen- und Anlagenteile gegebenenfalls selbst her. Ein weiteres wichtiges Aufgabenfeld sind auch die Schutzmassnahmen zur Verhütung von Personenschäden und Sachschäden. Elektroenergietechniker*innen arbeiten fallweise an Hochspannungs- oder Starkstromanlagen. Sie sorgen dafür, dass alle Arbeiten unter Berücksichtigung der Sicherheitsvorschriften und -standards, der Normen und Umweltstandards ausgeführt werden.

Elektroenergietechniker*innen haben auch zahlreiche organisatorische Aufgaben. Sie legen anhand der technischen Unterlagen die Arbeitsschritte, Arbeitsmittel und Arbeitsmethoden fest, planen und steuern die Arbeitsabläufe, beurteilen die Arbeitsergebnisse und achten auf die Einhaltung der Qualitätsstandards.

Elektroenergietechniker*innen hantieren mit Werkzeugen und Geräten wie z. B. Schraubenzieher, Bohrer, Zangen, Feilen, Sägen, Gewindeschneider, Lötgeräte, Elektroschweißgeräte sowie verschiedensten Mess- und Prüfgeräten. Sie verbauen vorgefertigte Baugruppen und Anlagenteile und stellen aus Materialien wie  Kupfer, Stahl, Blech oder Kunststoff Maschinen- und Anlagenteile gegebenenfalls selbst her.

Elektroenergietechniker*innen arbeiten vorwiegend in großen Industriebetrieben der Elektroindustrie, in Elektrizitätsversorgungs- und -verteilungsunternehmen, in Betrieben des Öffentlichen Dienstes oder in Betrieben der Baubranche. Dabei sind sie einerseits in den innerbetrieblichen Werkstätten mit der Anfertigung und Vormontage von Baugruppen tätig, aber auch vor Ort auf Baustellen, wo sie die Anlagen und Maschinen montieren, aufstellen und die Inbetriebnahme durchführen.
Elektroenergietechniker*innen arbeiten im Team mit Berufskollegen und anderen Fach- und Hilfskräften der Elektrotechnik und des Bauwesens zusammen.

  • elektrische Maschinen, Geräte, Schalt- und Steuersysteme für Anlagen zur elektrischen Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung zusammenbauen, montieren, prüfen und in Betrieb nehmen
  • Anlagen zur Energieübertragung und Energieverteilung errichten, prüfen, in Betrieb nehmen und warten
  • Grundschaltungen der  Digitaltechnik einrichten, teilweise auch programmieren von Computern bzw. computergesteuerten Maschinen
  • Bauteile und Baugruppen der elektrischen Energietechnik und der  Leistungselektronik und der dazugehörigen Schalt- und Steuergeräte zusammenbauen, prüfen und einbauen
  • Kabel und kabelähnliche Leitungen und Tragsysteme verlegen
  • Schutzmassnahmen zur Verhütung von Personenschäden und Sachschäden einrichten, prüfen und dokumentieren
  • Störungen durch systematische Fehlersuche aufsuchen und beheben
  • Industrie- und Gewerbebetriebe (Montage von Anlagen zur Erzeugung, Übertragung und Verteilung elektrischer Energie)

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Elektrosmog EMV Energiekennzahl Frequenz Hochspannung Oszillograph / Oszilloskop Solarenergie Solarwasserstoff Starkstrom Supraleitfähigkeit