Obstbau und Obstverarbeitung (Lehrberuf) - Lehrzeit: 3 Jahre

Andere Bezeichnung(en):
früher: Obstbau und Obstverwertung
auch: Obstbaufacharbeiter*in, Facharbeiter*in Obstbau

Berufsbeschreibung

Die Berufsausbildung in Obstbau und Obstverarbeitung bildet die Basis für den Beruf Obstbauer/Obstbäuerin.

Obstbauern und Obstbäuerinnen sind mit der Betreuung des gesamten Obstanbaus befasst. Sie legen Obstgärten an, pflanzen die Bäume, Sträucher und Stauden und veredeln, schneiden und düngen sie. Sie ernten die Früchte, sortieren, lagern und verpacken diese. Manchmal verarbeiten sie das Obst auch weiter, z. B. zu Fruchtsäften oder Most, und verkaufen ihre Produkte über eigene Hofläden. Obstbauern und Obstbäuerinnen hantieren mit elektrischen Scheren, Stützpfählen, Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmitteln, Häckselmaschinen, Erntemaschinen etc.

Obstbauern und Obstbäuerinnen arbeiten angestellt in Betrieben des Obstbaus und der Obstverwertung oder als mithelfende Familienangehörige oder Selbstständige im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb. Dabei arbeiten sie gemeinsam mit Berufskolleg*innen und Hilfskräften und haben Kontakt mit Kund*innen und Lieferant*innen.

Obstbauern und Obstbäuerinnen sind mit allen Tätigkeiten rund um den Obstbau beschäftigt, von der Anpflanzung bis zur Ernte und Weiterverarbeitung von Obst. Werden neue Obstgärten angelegt, pflanzen sie zunächst zwei- bis vierjährige Bäumchen, die noch nicht die gewünschte Obstsorte tragen (sogenannte "Unterlage"). Diese Unterlage veredeln sie anschließend durch Aufpfropfen von Edeltrieben der gewünschten Obstsorte. Die jungen Obstbäumchen werden mit einem Stützpfahl abgestützt und durch Anbringen von Drahtgeflechten oder anderen Materialien gegen  Wildverbiss geschützt. Beim Winterschnitt, der den Fruchtertrag der Obstbäume und -sträucher regelt, schneiden Obstbauern und Obstbäuerinnen Äste und Zweige fachgerecht zurück.

Obstbauern und Obstbäuerinnen bearbeiten den Boden maschinell oder mit Handwerkzeugen und pflegen ihn. Im Frühjahr verteilen sie mit Streugeräten organische Dünger bzw. Kunstdünger am Boden des Obstgartens. Während des Wachstums der Bäume und der Früchte kontrollieren sie die Pflanzenentwicklung, prüfen die Blätter auf Befall durch  Schädlinge, stellen Baumerkrankungen fest und führen entsprechende Maßnahmen zur Unkrautbeseitigung und Schädlingsbekämpfung durch. Sie erkennen den richtigen Zeitpunkt, wann das Obst geerntet werden kann. Dann ernten sie die Früchte, sortieren sie nach verschiedenen Qualitätsklassen und verpacken und lagern sie fachgerecht bzw. verkaufen die Früchte direkt an Kund*innen oder zur Weiterverarbeitung.

Häufig verarbeiten Obstbauern und Obstbäuerinnen ihre Früchte auch weiter zu Säften, Marmeladen, Kompotten usw. Diese verkaufen sie über den eigenen Hofladen, auf Bauernmärkten oder in Zusammenarbeit mit anderen landwirtschaftlichen Betrieben, mit regionalen Handelsbetrieben oder landwirtschaftlichen Genossenschaften. Immer öfter stellen sie auch Automaten oder Kühlschränke zur Selbstbedienung in Hofnähe auf.

Obstbauern und Obstbäuerinnen verwenden bei ihrer Arbeit verschiedene Werkzeuge, Geräte und Hilfsmittel wie z. B. elektrische Scheren, Zangen, Sägen, Spaten, Schaufeln, Stützpfähle, Stangen. Sie hantieren mit Düngemitteln und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Zur Erntezeit bedienen sie Erntemaschinen, Traktoren, Häckselmaschinen und entsprechende Sortier- und Verpackungsanlagen.

Für die Planung und Dokumentation ihrer Arbeit, der Ernteergebnisse oder auch des Material- und Düngemittelverbrauches setzen sie Computer, Notebooks und Tablets mit entsprechender Bürosoftware ein. Mit Kund*innen und Lieferanten kommunizieren sie über Telefone, Mobiltelefon, E-Mails, Messenger und betrieben manchmal auch eine Webshops für den Onlinevertrieb ihrer Produkte.

Obstbauern und Obstbäuerinnen arbeiten im Freien in Obstgärten und Feldern sowie in Lagerhallen, Silos und Weiterverarbeitungsanlagen, z. B. in Presshäusern und Sortieranlagen. Sie sind im Team mit Berufskolleg*innen und weiteren Fachkräften tätig und haben Kontakt zu Kund*innen und Mitarbeiter*innen obstverarbeitender Betriebe. Während der Erntezeit arbeiten sie auch mit landwirtschaftlichen Hilfskräften zusammen, die zeitlich begrenzt für die Erntezeit eingestellt werden.

Die Arbeitszeiten von Obstbauern und Obstbäuerinnen sind - wie häufig in der Landwirtschaft - sehr von den äußeren Bedingungen abhängig. Besonders zu Erntezeiten können lange Arbeitstage und Wochenendarbeit erforderlich sein, um die Früchte im optimalen Reifegrad zu ernten.

  • Obstgärten neu anlegen und veredeln
  • Boden auflockern und düngen, Düngemittel mit einem Streugerät im Obstgarten verteilen
  • Maßnahmen zur Unkrautbeseitigung und Schädlingsbekämpfung durchführen
  • Pflanzenentwicklung kontrollieren, Baumerkrankungen feststellen
  • Baumpflegemaßnahmen durchführen, um ein gleichmäßiges und volles Wachstum der Früchte zu erreichen
  • abgeschnittene Äste in der Häckselmaschine zerkleinern (diese werden im Frühjahr als Gründünger am Boden verteilt)
  • während der Wachstumsperiode das Reifen und Gedeihen der Obstsorten regelmäßig kontrollieren, Qualitätskontrollen durchführen, Reifegrad, Zuckergehalt etc. messen
  • Ernte einbringen, das Obst nach verschiedenen Qualitätsklassen sortieren, fachgerecht einlagern oder verpacken
  • die geernteten Obstsorten zu Fruchtsäften, Sirupen, Marmeladen, Kompotten usw. weiterverarbeiten
  • Anlagen, Maschinen und Geräte bedienen, warten und reinigen

Beschäftigungsmöglichkeiten für Obstbauern und Obstbäuerinnen bestehen insbesondere bei:

  • landwirtschaftliche Kleinbetrieben (Familienbetrieben)
  • größeren Obstbaubetrieben
  • Obstlager- und Obstverwertungsgenossenschaften

HINWEIS:
Wenn du einen landwirtschaftlichen Betrieb (Bauernhof) oder landwirtschaftlichen Flächen kaufen willst, um deinen eigenen Bauernhof zu führen, solltest du dich über die im jeweiligen Bundesland geltenden Ausbildungsnachweise informieren. Beispielsweise kann es erforderlich sein, dass du einen Facharbeiter*innenbrief, also eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zum/zur landwirtschaftlichen Facharbeiter*in hast. Rechtsgrundlage dafür ist das jeweilige Grundverkehrsgesetz deines Bundeslandes. (vgl. www.lehrlingsstelle.at)

Der Beruf Obstbau und Obstverwertung bzw. Obstbauer / Obstbäuerin ermöglicht mit entsprechender Berufserfahrung und Weiterbildung beispielsweise die Spezialisierung auf:

  • spezielle Obstsorten und Anbauformen
  • Pflanzenzucht, Edelsorten, Veredelung
  • biologischer/ökologischer, nachhaltiger Obstanbau
  • Lagerhaltung, Lagerwirtschaft
  • Obstverarbeitung: Marmeladen, Fruchtsaft- und Mostherstellung
  • Betriebsmanagement, Verwaltung
  • Vertrieb und Verkauf, Direktvertrieb (Ab Hof Verkauf)

Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (Auswahl):

Hier finden Sie ein paar Begriffe, die Ihnen in diesem Beruf und in der Ausbildung immer wieder begegnen werden:

 Agronomie Nachhaltige Landwirtschaft Pflanzenveredelung Vertical Farming

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